ZUR ARBEIT

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Für meine Bildkomplexe, Objekte, Videos und Installationen benutze ich vor allem zahlreiche Fotografien. Ich fotografiere zuhause, unterwegs, auf Reisen oder Spaziergängen, im Zug, in Ausstellungsräumen, überall. 

Die Aufnahmen zeigen meistens Oberflächen von Dingen wie zum Beispiel Häuser, Gesichter, Waldboden, Wasser, Fell, Mobiliar, eine Pflanze, Schaufenster, Sonnenbrand, Zeitungen, Stoffe, Körperteile, Wände, Straßen. Ich fotografiere oder filme diese Objekte Stück für Stück, als würde ich sie mit der Kamera scannen.


Im Atelier gehe ich auf der Materialebene in Kontakt mit diesen Bildern. Ich unterziehe die Fotoabzüge verschiedenen physischen, skulpturalen Handlungen, z.B. Häuten, Bügeln, Aneinanderreihen. Weitere Materialien wie Klebeband, Folien, Wachs, Zeitungen können hinzukommen. Manchmal werden diese Handlungen selbst bzw. ihre Resultate zum Gegenstand neuer Aufnahmen, mit denen ich dann weiterarbeite. Ich bringe die Bilder in den Raum, in neue Konstellationen, in Bewegung.


Durch die Prozesse des Zerlegens, Neu-Zusammensetzens und Transformierens erweitere ich das Medium Fotografie um Raum und Zeit und stelle es konkret in Bezug zum menschlichen Körper. Gleichzeitig setze ich mich mit dem Abgebildeten auseinander. Ich bin auf der Suche nach dem Dahinter, nach etwas Unbestimmbarem hinter dem Augenschein, unter der Oberfläche, unter der Haut. 


Meine Arbeiten sind veränderlich und mehrdeutig. Ein Ansatz ergibt sich aus dem anderen. Zum Teil greife ich auf Elemente bestehender oder vergangener Arbeiten zurück und bringe sie in neue Zusammenhänge – vergleichbar mit einem unterirdischen Myzel: Manche Elemente tauchen wie Pilze an unterschiedlichen Orten auf, zerfallen wieder oder werden zu Bestandteilen neuer Fotoobjekte, Videos, Rauminstallationen.